Einleitung: Evidenzbasiertes Wildtiermanagement -- Wirksames Management von Waschbären -- Management von Fischottern und Straßenverkehr -- Effektivität von Wolfsabschüssen zur Verringerung von Nutztierschäden -- Management von Igelpopulationen in Stadtlebensräumen -- Evidenzbasiertes Management von Rotwild -- Management von Feldhasenpopulationen -- Management des Fuchses sollte auf Evidenz statt auf Vorurteilen basieren -- Fledermausschutz und Windkraft: Management von Populationen -- Lichtverschmutzung und Fledermausschutz -- Menschen für wirkungsvollen Naturschutz und effektives Wildtiermanagement verstehen: eine Einführung in die "Human Dimensions of Wildlife.
"Seit einem im Jahre 1999 ergangenen Gerichtsurteil des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) zur Zwangsmitgliedschaft in französischen Jagdvereinen und der im Jahre 2002 angekündigten Novellierung des Bundesjagdgesetzes, gibt es in Deutschland eine rege juristische und politische Debatte um die Aufhebung der Pflichtmitgliedschaft einzelner Grundeigentümer in Jagdgenossenschaften. Alle Eigentümer von land-, forst- oder fischereiwirtschaftlich nutzbaren Flächen unter 75 ha sind in Deutschland zur Mitgliedschaft in gemeinschaftlichen Jagdbezirken, sog. Jagdgenossenschaften, zwangsverpflichtet. Der vorliegende Beitrag erweitert die bisherige juristische und politische Debatte um eine institutionenökonomische Perspektive. Dabei werden die Auswirkungen einer Aufhebung der Zwangsmitgliedschaft auf (1) die Jagdgenossenschaft selbst, (2) die Transaktionskosten des Wildtiermanagements, (3) die Wildtierpoulation sowie (4) die Verteilung von Kosten und Nutzen auf unterschiedliche Akteurgruppen analysiert. Die Analyse kommt zu dem Schluss, dass Zwang im Fall von Wildtiermanagement aus ökonomischen Gründen durchaus gerechtfertigt sein kann, solange die Kostenvorteile der Zwangsmitgliedschaft die Nutzenverluste jagdablehnender Grundeigentümer überwiegen. Angesichts einer zunehmenden Heterogenität der Nutzungsinteressen an Wildtieren, stehen Jagdgenossenschaften jedoch vor der Herausforderung, neue Mechanismen des Interessenausgleichs und der Konfliktregulierung zu entwickeln." (Autorenrefererat)
In Guinea-Bissau leiden Wildtiere im Allgemeinen und Säugetiere insbesondere unter zunehmendem Druck, hauptsächlich durch übermäßige Jagd und Habitatrückgang und -fragmentierung. Der Mangel an zuverlässigen Daten über die Verteilung von Wildtierbeständen und über Populationstrends stellt ein wichtiges Hindernis für ein effektives, auf den Schutzanforderungen der verschiedenen Arten ausgerichtetes Wildtiermanagement dar. Ziel dieser Studie war es, den Schutzstatus großer und mittlerer Säugetiere im Küstengebiet von Guinea-Bissau zu ermitteln, und die Aussichten für die Entwicklung von gemeinschaftlich getragenen Wildtiermanagementmodellen zu analysieren. Für die Verbreitungs- und Dichteermittlung bei Säugetierarten wurden Feldbeobachtungen durch kombinierte Transektbegehungen und Wegüberwachungen ( reconnaissance surveys) an zufällig ausgesuchten Standorten innerhalb des Untersuchungsgebiets durchgeführt. Die Dichten wurden mittels des Computerprogramms Distance 3.5. und verschiedener manueller Methoden berechnet. Für die meisten Arten wurde ein relativer Häufigkeitsindex mit Hilfe der Treffenrate pro besichtigtes Kilometer berechnet. Für die Analyse der Nutzungsformen und Vorstellungen lokaler Gemeinschaften gegenüber Wildtiere wurden halbstrukturierte Gruppeninterviews und informelle Gespräche in Dörfern innerhalb und um die Untersuchungsgebiete durchgeführt. Das Vorkommen von etwa 44 großen und mittelgroßen Säugetierarten aus 15 Familien wurde im Küstenbereich von Guinea-Bissau bestätigt. Einige Arten mit hohem Schutzwert wie der Schimpanse P. troglodytes verus, der Bärenstummelaffe C. p. polykomos und der Rote Stummelaffen P. badius temminckii kommen in begrenzten Gebieten innerhalb und außerhalb von Schutzgebieten vor. Jedoch ist eine Verschlechterung des Schutzstatus der meisten Säugerarten in Guinea-Bissau erkennbar, vor allem infolge zunehmenden Jagddrucks und Habitatverlust. Einige Säugerarten, die einen wichtigen Platz in der lokalen Kultur spielen, wurden durch lokale und traditionell Praktiken und Sc hutzmaßnahmen geschützt. Weitere günstige Gelegenheiten für die Entwicklung von gemeinschaftlich getragenen Wildtiermanagementmodellen bieten unter anderem das zunehmende Bewusstsein lokaler Gemeinschaften über Notwendigkeit und Nutzen von Wildtierschutz, die bestehenden traditionellen regulierenden Mechanismen, die wertvollen lokalen Kenntnisse über natürliche Ressourcen und die zunehmende offizielle Anerkennung und Annahme von partizipativen Managementprinzipien. Wichtige begrenzende Faktoren bestehen noch, unter anderem: der zunehmende Nutzungsdruck und die rapide Abnahme der Wildtierressourcen, der Mangel an Informationen über Wildtiere und Ökologie, die rapide schwächer werdenden traditionellen ökologischen Managementstrukturen und Regulierungsmechanismen, die allgemein nicht offiziell anerkannt werden. Es ist notwendig, kosteneffektive Monitoringprogramme für Wildtierarten und detaillierte Langzeitstudien zu entwickeln, um die Informationen über die am meisten gefährdeten Arten regelmäßig zu aktualisieren und auf diese Weise eine wissenschaftliche Basis für die Managementmaßnahmen zu liefern. Zusätzlich sollten die gesetzlichen Maßnahmen dringend verstärkt werden, um den Schutzstatus einiger bedrohter Arten und Ökosystemen mit hohem Schutzwert zu verbessern. Auf die lokale Lage zugeschnittene Strategien, einschließlich politischer/juristischer Unterstützung für die lokalen/traditionellen Managementstrukturen, ökonomische und andere Anreize, sowie die wissenschaftliche Unterstützung für die Entscheidungsfindung sind Schlüsselfaktoren für die erfolgreiche Entwicklung von gemeinschaftlich getragenen Wildtiermanagementmodellen in Guinea-Bissau. ; In Guinea-Bissau, wildlife species in general and mammals in particular are suffering increasing pressure, mainly from overhunting and habitat reduction and fragmentation. The lack of reliable data on wildlife distribution and population trends is an important constraint to effective wildlife management based on the conservation needs of the different species. The aim of this study was to assess the current conservation status of large- and medium-sized mammals in the coastal zone of Guinea-Bissau and to analyse the prospects for implementing community-based wildlife management schemes in that country. To assess mammal species distribution and abundance, ground surveys combining line transect sampling with reconnaissance walks were carried out in randomly selected locations within the study sites. Density estimates were obtained using the software Distance 3.5. and different manual calculation methods. For most species, a relative abundance was estimated using the encounter rate per surveyed kilometre. Data on wildlife use patterns and perception by local communities were collected through semi-structured group interviews and informal interviews in villages within and around the surveyed sites. The occurrence of about 44 large and medium-sized mammal species from 15 families was confirmed in the coastal area of Guinea Bissau. Some species of high conservation value, particularly Chimpanzees P. troglodytes verus, Western pied Colobus C. p. polykomos and Red Colobus P. badius temminckii, still occur in restricted areas within and outside Of existing protected areas. However, there is evidence of the degradation of most mammals conservation status, mostly due to hunting and habitat loss. A few mammal species has benefited from local and traditional conservation practices and measures, for their role in local culture. Further opportunities for community-based wildlife management include increasing awareness in local communities on wildlife conservation need and benefits, existent traditional regulating mechanisms, valuable local knowledge on natural resources and increasing official recognition and integration of participatory management principles. Important constraints still remain, among which increasing pressure and rapid decline in wildlife resources, lack of information on specific wildlife and ecological issues and rapid weakening of traditional management structures and regulating mechanisms, which are usually not officially recognised. There is a need of developing cost-effective wildlife monitoring programmes and long-term detailed studies in order to regularly update information on most endangered species and to provide in this way scientific basis to management measures. Additionally, the legal measures must be urgently reinforced, in order to improve the conservation status of some threatened species and ecosystems with high conservation value. Locally adapted strategies, including political/legal support to local and traditional management structures, economic and other incentives and scientific support to decision making are the key to successful implementation of viable community-based wildlife management schemes in Guinea-Bissau.
This thesis draws from 15 months of ethnographic fieldwork amongst pastoral communities living in ǂKhoadi ǁHôas conservancy, in the arid north-western Namibia. The thesis explores the socioeconomic consequences of community-based natural resource management (CBNRM) on the communities. Two forms of CBNRM are explored namely: community-based water management (CBWM) and community-based wildlife management. This is because they not only concern the management of resources (water and wildlife) that are salient to the livelihoods the communities, but also that their management intersect with significant theoretical and policy implications. CBNRM policies and practices intervene on an environment which does not only shape the lifeworld of the communities but is also a space where actors of different worldviews participate to influence outcomes of community –based water and wildlife management. Environmental Justice is used as an analytical framework. Community-based wildlife management has generally contributed to the recovery of species diversity and wildlife populations, in particular elephants and predator wild animals. Accompanying these ecological gains are socioeconomic benefits and costs whose distribution generates mixed analyses. On the one hand, the conservancy programme has opened communal wildlife resources in ǂKhoadi ǁHôas for capital accumulation by largely foreign private tour companies through tourism and trophy hunting industry. The industry earns revenues within this formerly marginalised communal area of Namibia. Nevertheless, from total revenues, only a small fraction of about 20% is distributed locally, largely through employment and training benefits. The distribution of these benefits is skewed, as mostly younger people who have received at least secondary education get employed and consequently trained. In addition, their wages remain low and are not shared easily or widely with the community. The bulk of incomes from tourism and trophy hunting remains with tourism and associated companies in form of profits; and the state in form of taxes and levies. Whilst benefits from wildlife-based international tourism to communities remain low and are perceived unfairly distributed by the local communities, increased population of elephants and predator animals produce costs shared by pastoralists, such as water consumption and loss of livestock respectively. On the contrary, private tourism industry and the conservation community, which profit the most from conservation, pay less than their fair share. Hardly is fair compensation of the damages and loss to pastoralists made. The success of conservation and tourism industry in ǂKhoadi ǁHôas comes at the expense of livestock economy which communities attach immense value to. Hence the contribution of CBNRM to reducing inequalities and alleviating poverty is marginal in ǂKhoadi ǁHôas and furtherance put to a critical test. Local communities perceive the inequalities to be unjust and resist them through passive forms. These include: withdrawal from participation, withdrawal from ownership, passive aggressive imagery and occasional verbal aggression. The trend contradicts the very notion that CBNRM emancipates local communities through participation and creating a sense of ownership. If members of the communities continue to withdraw from participating in conservancy activities because of existing injustices, it can be predicted that the CBNRM programme in the area will either collapse or be redesigned to ensure a more fair distribution of costs and benefits. The central argument in this thesis is that the ensuing struggle over justice in ǂKhoadi ǁHôas is linked to: the expectation of economic empowerment inculcated since the inception and during the development of CBNRM in Namibia; the fact that wildlife conservation is a priority in contrast to compensation of the loss incurred by pastoralists due to elephant damages and depredation; and the inequalities produced by the way water costs are distributed. Thus, benefits to some people appeal to public script to be of a greater good, for example: conservation of biodiversity; youth employment; and the contribution of tourism to national Gross Domestic Product (GDP). Nevertheless, provided the expectation of others about what they deserve is not met, the distribution is considered to be unfair. Similarly, even if people get some benefits, in form of a greater good, as long as they bear the burden of costs, which they deem to be others' responsibility, the situation is considered unjust. Hence, it is important to understand how the distribution occurs between and amongst groups and how it affects and is affected by participation of different actors and recognition of their varied interests in a mutually intertwining manner.
Die Rückkehr Großer Beutegreifer in die dicht besiedelte Kulturlandschaft Mitteleuropas stellt eine große Herausforderung für das Wildtiermanagement dar. Vor allem beim Aufbau neuer Populationen über Zuwanderung oder aktive Wiederansiedelung spielen anthropogen bedingte Mortalitätsfaktoren wie z.B. Wildunfälle oder illegale Abschüsse eine große Rolle. In dieser interdisziplinär angelegten Arbeit wurde untersucht, welches die Schlüsselfaktoren für ein langfristig erfolgreiches Management des Luchses (Lynx lynx) in der Kulturlandschaft Mitteleuropas sind. Naturwissenschaftliche Analysen wurden am Beispiel des Luchserwartungslandes Baden-Württemberg (BW) und der grenznahen Luchspopulation im Schweizer Jura durchgeführt. Sozialwissenschaftliche Analysen bezogen sich auf ganz Deutschland. Durch eine logistische Regression mit Telemetriedaten aus der Schweiz, konnten elf habitatbezogene Variablen identifiziert werden, die einen signifikanten Einfluss auf die bevorzugte Raumnutzung der Tiere haben. Neben der Hangneigung und der anthropogenen Landnutzung leisten insbesondere die Exposition sowie der Abstand zu Straßen einen besonders wichtigen Erklärungsbeitrag. Die Übertragung der Ergebnisse auf BW ergab, dass 10% der Landesfläche mit den geeigneten Flächen im Schweizer Jura vergleichbar sind, die Raum für über 100 residente Tiere bieten. Schwerpunkte liegen im Schwarzwald und auf der Schwäbischen Alb. Zur Untersuchung des Risikopotentials von Straßenabschnitten wurde die Lage von 39 Verkehrskollisionen mit Luchsen in der Schweiz mittels einer logistischen Regression ausgewertet. Signifikante Erklärungsbeiträge lieferten die Straßenkategorie, die Habitateignung für Luchse im Umfeld von 400 Metern sowie die Distanz des Straßenabschnittes zu Siedlungen. Aufbauend auf diesen erarbeiteten Grundlagen wurden anhand eines räumlich expliziten, individuenbasierten Populationsmodells für BW die Wahrscheinlichkeit einer Besiedlung durch natürliche Zuwanderung unter verschiedenen Annahmen der illegalen Mortalität von Luchsen simuliert. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich durch natürliche Zuwanderung aus dem Schweizer Jura in den nächsten 50 Jahren eine Population in BW etabliert, lag unter der Annahme einer moderaten illegalen Mortalität bei 36%. Unter der Annahme einer vierfach erhöhten illegalen Mortalität lag sie bei 1,5%. In weiteren Szenarien wurde für eine potentiell etablierte Population in BW untersucht, wie sich die Reduktion der illegalen Mortalität auf die Überlebensfähigkeit der Population auswirkt. Es zeigten sich signifikante Unterschiede in Abhängigkeit der Raumkulisse auf der die Reduktion stattfand. Die höchste Überlebensrate wurde bei Reduktion der illegalen Mortalität in Regionen erreicht, die eine besonders hohe Habitateignung aufwiesen bzw. häufig von Modell-Luchsen frequentiert wurden. Für die sozialwissenschaftliche Analyse der Hintergründe illegaler Abschüsse von Luchsen durch einzelne Jäger in Deutschland wurde auf ein Erklärungsmodell aus der Rechtssoziologie zurückgegriffen, welches die Bereitschaft zu illegalen Handlungen in Abhängigkeit von verschiedenen handlungsrelevanten Variablen beschreibt. Die postulierten Zusammenhänge wurden unter Berücksichtigung der Theorie des rationalen Handelns auf den Fall des illegalen Abschusses eines Luchses auf Plausibilität geprüft und das Modell durch zusätzliche Variablen ergänzt. Grundlage hierfür lieferten eine Literaturanalyse und Presserecherche sowie eigene Beobachtungen des Autors aus der Zusammenarbeit mit den betroffenen Akteuren aus Jagd, Landwirtschaft und Naturschutz. Anhand der Analyse konnte ein komplexes Wirkungsgefüge aufgezeigt werden. Als besonders relevant für die Reduktion der Bereitschaft zu illegalen Abschüssen wurden als sog. Entwicklungsvariablen der Grad der normativen Abweichung der Eigengruppe der Jäger, die Luchsdichte, die Wertschätzung der Beutegreifer durch die Jäger, die von den Jägern perzipierte Kompetenz des Gesetzgebers, der Handlungsspielraum der Jagd, die gesellschaftliche Wertschätzung der Jagd, die Qualität der Gruppeninteraktion zwischen Jagd und Naturschutz sowie die wildbiologische Fachkenntnis von Jägern und Naturschützern identifiziert. Die Zusammenführung der natur- und sozialwissenschaftlichen Analysen zeigte die hohe Relevanz des gewählten interdisziplinären Forschungsansatzes für die Sicherung der Überlebensfähigkeit einer Luchspopulation auf. Einerseits kann auf Grundlage der Habitateignung und des Populationsmodells die Priorisierung von Flächen vorgenommen werden, welche für die Überlebensfähigkeit der Luchse von besonderer Relevanz sind. Andererseits können anhand der Entwicklungsvariablen konkrete Maßnahmen definiert werden, durch welche die Bereitschaft zum illegalen Abschuss reduziert werden kann. Dadurch ist eine ökologische und ökonomische Optimierung des Luchsmanagement möglich, die auch im Vorfeld einer aktiven Wiederansiedlung von Bedeutung ist, um die Chance auf Erfolg der Ansiedlung zu erhöhen. ; The return of large carnivores to the densely populated cultural landscapes of Central Europe represents a major challenge for conservation management. Particularly for the establishment of new populations - through immigration or active reintroduction - human-induced mortality like vehicle collisions or poaching are factors of major concern. This interdisciplinary thesis investigates the key factors for long-term survival and a successful management of lynx (Lynx lynx) by integrating natural scientific and social scientific analyses. The natural scientific part encompassed the analysis of habitat suitability, road mortality and population survival. Models were calibrated using data from the lynx population in the Swiss Jura Mountains and were extrapolated to Baden-Württemberg (BW), Germany, with no current presence of lynx. The social scientific part of the analysis addressed the motivation of hunters for poaching, and was carried out for Germany. Using a logistic regression of telemetry data from lynx in the Swiss Jura Mountains 11 habitat-related variables could be identified which significantly influence the animals' spatial distribution pattern. Besides slope and human land use, particularly aspect and the distance to roads had the greatest impact on the habitat selection of lynx. Applying the model to BW it could be shown that 10 % of the area is suitable for lynx, which would give room to a population of 108 resident individuals. The most important regions for the establishment of a population are the Black Forest (71 animals) and the Swabian Alb (27 animals). To investigate the specific risk of road sections for lynx, the location of 39 road kills in Switzerland were analysed using logistic regression. Road category, habitat suitability for lynx within 400 meters to both sides of the roads and the distance to urban areas were shown to have a significant effect on the risk of road kills. The results and population dynamic data from the Jura population were integrated in a spatially explicit and individual based population model which was used to simulate population survival and to investigate the probability of lynx establishing a population by immigrating from the Swiss Jura Mountains to BW. In addition to the effects of natural mortality and road-kill, the effect of poaching was investigated by comparing different poaching rates. The probability of establishing a population within the next 50 years in BW was 36 % for a moderate poaching rate and 1,5 % for a rate four times higher. In addition, assuming an established lynx population in BW, scenarios were used to analyse how spatially targeted vs. randomly distributed measures for reducing poaching rates would affect the extinction risk. Depending on the location where the reduction was undertaken significant differences could be discovered: The lowest extinction risk was given when reducing poaching in regions that offered a high habitat-suitability for lynx or were used most frequently by the species. The social scientific analysis of causal connections for poaching of lynx by single hunters was based on an explanatory model originated from the sociology of law. This model predicts the willingness to illegal behaviour due to different social variables. The model was applied on the act of poaching lynx and tested for plausibility considering the rational choice theory. Further variables could be added to the model which improved its predictive capability. On the basis of an analysis derived from scientific literature, press articles and dialogues with affected or concerned actors, such as hunters, farmers and conservationists, a complex of interacting factors could be identified that influence the willingness to poach lynx. The group of so-called 'progress variables' showed to be most important for the reduction of illegal mortality of lynx, namely the degree of normative deviance of the hunter's peer group, the density of lynx, the valuation of carnivores by the hunter, the perceived competence of the legislative authority, the freedom of action for the hunters, the valuation of hunting by the society, the quality of group interactions between hunters and conservationists, and the ecological knowledge of both, hunters and conservationists. The combination of natural scientific and social scientific analyses revealed a complex system of interacting factors affecting lynx population survival which underlines the high practical relevance of interdisciplinary research for the conservation of large carnivores. Habitat suitability maps and population modelling offer the spatial specification, the analysis of 'progress variables' identifies concrete management options that would have a major influence on the willingness to commit poaching. With this it is possible to ecologically and economically optimise the management of large carnivores in order to improve the chance of success of future species re-introduction programmes.
Cover -- Titelseite -- Inhalt -- Vorwort -- Einleitung -- Teil 1 Biologie, Verhalten und Ökologie -- 1 Der Wolf -- 1.1 Systematik und Evolution -- 1.2 Morphologie -- 1.3 Physische Leistungen und Sinnesleistungen -- 1.4 Populationsdynamik -- 1.5 Sozialverhalten -- 1.6 Raum-Zeit-Verhalten -- 1.7 Wölfe auf der Jagd -- 1.8 Lebensraum und Verbreitung -- 2 Der Eurasische Luchs -- Marco Heurich -- 2.1 Systematik und Evolution -- 2.2 Morphologie -- 2.3 Sinnesleistungen -- 2.4 Fortpflanzung, Entwicklung, Sterblichkeit -- 2.5 Sozialverhalten -- 2.6 Lebensraum und Streifgebiet -- 2.7 Luchse als Raubtiere -- 2.8 Verbreitung der Luchse -- 3 Der Braunbär -- Michaela Skuban -- 3.1 Systematik und Evolution -- 3.2 Morphologie -- 3.3 Sinnesleistungen -- 3.4 Fortpflanzung, Entwicklung, Sterblichkeit -- 3.5 Sozialverhalten -- 3.6 Raum-Zeit-Verhalten - Lebensraum, Streifgebiet und Dispersal -- 3.7 Ernährung -- 3.8 Verbreitung im deutschsprachigen Raum -- 4 Die Rolle der großen Beutegreifer im Ökosystem -- 4.1 Einleitung -- 4.2 Theoretische Grundlagen -- 4.3 Empirische Belege für die Effekte von großen Beutegreifern -- 4.4 Welche Effekte haben Wölfe in der mitteleuropäischen Kulturlandschaft? -- Teil 2 Management von großen Beutegreifern -- 5 Was ist Wildtiermanagement? -- 6 Strukturen des Managements -- 6.1 Managementpläne -- 6.2 Organisationsstrukturen und Verfahrensweisen -- 6.3 Internationale Zusammenarbeit -- 7 Wildtiermanagement für Menschen -- 7.1 Der sozio-kulturelle Rucksack der Arten -- 7.2 Einstellungen gegenüber großen Beutegreifern -- 7.3 Große Beutegreifer als Symbol -- 7.4 Wildtiermanagement als Management von Konflikten -- 8 Rechtlicher Schutz von Wolf, Luchs und Bär -- 8.1 Berner Konvention -- 8.2 Fauna-Flora-Habitat-(FFH)-Richtlinie -- 8.3 Deutschland -- 8.4 Österreich -- 8.5 Schweiz -- 9 Monitoring von großen Beutegreifern.
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From the Mayflower compact to the U.S. Constitution : 1620-1789 -- Defining the new government and the separation of powers : 1789-1835 -- Westward Expansion, the First Industrial Revolution, dual sovereignty, and the Public Trust Doctrine : 1835-1861 -- The Civil War, reconstruction, the advent of the Second Industrial Revolution, the Enduring Public Trust Doctrine and state ownership of wildlife : 1861-1896 -- America's changing culture : market hunting, the Lacey Act, the Migratory Bird Treaty Act, and the beginning of the progressive era : 1896-1910 -- The ethos of the Industrial Revolution drives the progressive movement into America's social fabric and laws : 1910-1919 -- Prohibition and reform : the emergence of the administrative state : 1919-1933 -- The Great Depression, FDR's new deal, and a "new" Supreme Court overwhelms states' rights : 1933-1941 -- The competing ideologies that characterized the progressive movement and beyond : 1890-1940 -- The stone court and the development of the presumption against preemption in rice : 1941-1946 -- The end of the state wildlife ownership doctrine following World War II : 1946-1969 -- The Burger Court - state ownership of wildlife declared a legal fiction and anachronism : 1969-1986 -- The Rehnquist Court : a continued swing towards conservative federalism and preemption : 1986-2005 -- The Roberts Court and the development of area-specific jurisprudence : 2005 - 2022 -- The future of federal preemption of state authority over wildlife, and the presumption against preemption doctrine in wildlife cases -- State and federal cooperation and coordination of the Endangered Species Act : past and present -- The three biggest threats undermining federalism and state wildlife management authority -- Funding endangered species conservation : the achilles heel.