Prime Minister Hendrik Verwoerd (1958-1966) is widely regarded as the mastermind of apartheid in South Africa. This study examines how he developed the ideology of racial separation into a comprehensive system. It also looks into Verwoerd's intellectual development and his academic career before he entered politics. Apartheid was to Verwoerd less a defense of colonialism but a policy for the future, he was an authoritarian modernizer and a true representative of the Age of Extremes.
Die Studie untersucht am Beispiel des Premierministers Hendrik Verwoerd (1958-66) die politische Gedankenwelt der Apartheid in Südafrika. Dabei wird erstmals der intellektuelle Werdegang Verwoerds mit seiner Politik der radikalen Rassentrennung in einer Kontinuität gesehen. Durch die politische Repression nach innen führte Verwoerd sein Land in die außenpolitische Isolation.
Mit seiner "Geschichte Afrikas" (ID-A 47/04) hat der Autor, seines Zeichens Professor für außereuropäische Geschichte an der Uni Duisburg-Essen, seine Kompetenz als Kenner des Kontinents belegen können. Nach vergleichbarem Konzept betrachtet er in 13 chronologisch geordneten Kapiteln die wechselvolle Geschichte Südafrikas. Die letzten 2 Jahrhunderte bilden den Schwerpunkt, wobei sich Marx vor allem der Darstellung und Bewertung der südafrikanischen Wirtschafts-, Kultur- und Sozialgeschichte widmet. Besonders aufschlussreich sind die 3 letzten Kapitel, die den Übergang zur Demokratie und die souveräne Präsidentschaft Nelson Mandelas sowie die "Politik des Misstrauens" unter dessen Nachfolger Thabo Mbeki behandeln. Der Ausblick am Schluss verheißt nichts Gutes: Marx bescheinigt Jacob Zuma, "ein schwacher Präsident" zu sein und äußert Zweifel, inwieweit Südafrika (noch) als Vorbild für andere afrikanische Länder taugt. - Aktueller und detaillierter als A. Hagemann: "Kleine Geschichte Südafrikas" (ID-A 17/01); gute Ergänzung zu dem Reader "Katerstimmung am Kap" (BA 9/10). (2 S) (Roland Schmitt)
"Bilder nach dem Sturm" behandelt Geschichtsbilder von Gesellschaften, die interne Konflikte bis hin zu Bürgerkriegen überstanden haben. In einigen Ländern befassen sich vom Staat eingerichtete Wahrheitskommissionen mit der Vergangenheit. Daneben können unabhängige Untersuchungen ebenso eindrucksvolle Resultate hervorbringen, weswegen sie den Wahrheitskommissionen an die Seite gestellt werden. Ihre Geschichtsbilder werden zu Fundierungen einer neuen politischen Kultur. Sie sollen Orientierung bieten in einer Welt, die nach dem Ende des Ost-West-Gegensatzes von neuen Machtkonstellationen geprägt ist.
Afrika - die Geschichte dieses vielfältigen und faszinierenden Kontinents weckt im Zuge von Entkolonialisierung und Globalisierung zunehmendes Interesse. Mit diesem Buch liegt erstmals eine kompakte, aber umfassende Darstellung der letzten 200 Jahre afrikanischer Geschichte vor, die sich konsequent an den aktuellen Themen und Theorien orientiert. Aus dem Inhalt: Grenzen und Reiche, Handel und Religionen - koloniale Lebenswelten - Brüche und Kontinuitäten. Ein Werk, dessen differenzierte Darstellung zeigt: Das Klischee vom "Katastrophenkontinent Afrika" ist falsch
Die Apartheid-Politik, wie Premierminister Verwoerd (1958–1966) sie umsetzte, war eine Politik der autoritären Modernisierung, die die weiße Herrschaft auf Dauer sichern sollte – und aus Sicht der damaligen Akteure keineswegs rückwärtsgewandt. Die 1959 den »Homelands« in Aussicht gestellte staatliche Unabhängigkeit sollte durch Ausbürgerung der Schwarzen einen weißen Nationalstaat schaffen. Die südafrikanische Regierung interpretierte die internationale Kritik an der Apartheid im Kontext des Kalten Krieges sowie eines weltweiten Rassenkonflikts zwischen Asien und Europa, in dem sich der Westen zu nachgiebig verhalte. Verwoerds Nachfolger Vorster (1966–1978/79) wollte die außenpolitische Isolation Südafrikas durch eine Politik der Entspannung mit den afrikanischen Nachbarn durchbrechen. Nach seinem Scheitern ging Botha (ab 1978 Premierminister, seit 1984 dann Staatspräsident) zu einer aggressiven Politik der regionalen militärischen Hegemonie über. Die hohen Repressionskosten und der wirtschaftliche Niedergang trugen schließlich dazu bei, dass eine Verhandlungslösung angestrebt wurde und die Apartheid 1994 offiziell endete. ; The policy of apartheid as conceptualised and implemented by Prime Minister Verwoerd (1958–1966) was a policy of authoritarian modernisation. The protagonists of this policy did not regard it as reactionary or conservative, but their central goal was to cement white rule. When in 1959 they gave the ›homelands‹ the option of political independence, their intention was to create a white nation state. International criticism of apartheid was perceived within the ideological context of the Cold War and also as part of a worldwide race conflict between Asia and Europe. Verwoerd's successor Vorster (1966–1978/9) wanted to lead South Africa out of its isolation through a policy of détente with the African neighbours. When he foundered, Botha (Prime Minister from 1978, State President from 1984) built a regional military hegemony. Mounting costs of repression and an economic downturn helped to make a negotiated solution possible and bring about an end to apartheid in 1994.
Die Apartheid-Politik, wie Premierminister Verwoerd (1958–1966) sie umsetzte, war eine Politik der autoritären Modernisierung, die die weiße Herrschaft auf Dauer sichern sollte – und aus Sicht der damaligen Akteure keineswegs rückwärtsgewandt. Die 1959 den »Homelands« in Aussicht gestellte staatliche Unabhängigkeit sollte durch Ausbürgerung der Schwarzen einen weißen Nationalstaat schaffen. Die südafrikanische Regierung interpretierte die internationale Kritik an der Apartheid im Kontext des Kalten Krieges sowie eines weltweiten Rassenkonflikts zwischen Asien und Europa, in dem sich der Westen zu nachgiebig verhalte. Verwoerds Nachfolger Vorster (1966–1978/79) wollte die außenpolitische Isolation Südafrikas durch eine Politik der Entspannung mit den afrikanischen Nachbarn durchbrechen. Nach seinem Scheitern ging Botha (ab 1978 Premierminister, seit 1984 dann Staatspräsident) zu einer aggressiven Politik der regionalen militärischen Hegemonie über. Die hohen Repressionskosten und der wirtschaftliche Niedergang trugen schließlich dazu bei, dass eine Verhandlungslösung angestrebt wurde und die Apartheid 1994 offiziell endete.
Während der ANC zunächst im Untergrund und im Exil gegen die Apartheid in Südafrika kämpfte, ist er inzwischen zur Staatspartei geworden. Zwischen den Ansprüchen von damals und dem heutigen Handeln klafft ein tiefer Abgrund. (APuZ)
"Während der ANC zunächst im Untergrund und im Exil gegen die Apartheid in Südafrika kämpfte, ist er inzwischen zur Staatspartei geworden. Zwischen den Ansprüchen von damals und dem heutigen Handeln klafft ein tiefer Abgrund." (Autorenreferat)