Weltmacht Indien?: die Rolle Indiens in einer multipolaren Weltordnung
In: Die neue Weltordnung in der Krise: von der uni- zur multipolaren Weltordnung? Friedensbericht 2008, S. 153-173
Abstract
Die Globalisierung hat, so der Verfasser, die Volkswirtschaften einerseits stärker vernetzt, andererseits die Regierungen zu Gunsten weltweit agierender privatwirtschaftlicher Interessen geschwächt, die Ungleichheit innerhalb und zwischen den Staaten verschärft. Wirtschaftliche und politische Gewichte verschieben sich. Dies betrifft vor allem die USA, deren Vormachtstellung durch 'imperial overstretch', durch den Krieg im Irak gefolgt von der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise, angeschlagen ist. Ist ihr Abstieg nur relativ, haben zugleich andere Mächte proportional an wirtschaftlichem Gewinn und politischem Einfluss gewonnen. Insgesamt erscheint der Trend zu einer multipolaren Welt trotz allen Widerstands unumkehrbar. Die geopolitische Karte wird, so die These, neu vermessen, Einflusszonen neu abgesteckt, neue Allianzen und Bündnisse geformt, neue Fronten aufgebaut. Die entscheidenden Parameter des sich abzeichnenden multipolaren, wenn auch ungleichgewichtigen internationalen Machtgefüges mit den Polen USA, EU, Russland, Indien, China, Japan, Brasilien sind damit vorgegeben. In diesem Kontext wird die Positionierung Indiens im multipolaren System zur Diskussion gestellt. (ICF2)
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